Schnarchen

Schnarchen - Rhonchopathie

Inhaltsverzeichnis

Schnarchen, in der Fachsprache „Rhonchopathie“ genannt,  ist ein weit verbreitetes Problem. Fast die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist davon betroffen. Mit zunehmendem Alter wird es noch schlimmer. Einfaches Schnarchen oder Rhonchopathie wird von Medizinern zwar nicht als ernsthafte Krankheit eingestuft, dennoch erschwert es das Leben der Betroffenen und auch deren Partner und Familien erheblich. Das nervtötende Geräusch bei der Mundatmung – oft in großer Lautstärke – stellt dabei insbesondere für den Bettgenossen des Schnarchers ein Problem dar.

Die Ursache des Schnarchens liegt in der im Schlaf entspannten Muskulatur von Gaumen und Rachen. So verengt sich der Rachenraum und behindert den Luftstrom beim Atmen. Dadurch vibriert oder flattert das weiche Gewebe des Gaumens. Das wiederum erzeugt die Schnarchgeräusche. Diese nächtlichen Störungen können für Patient und Partner auf Dauer anstrengend sein.

Ursache des Schnarchens

Die Atemwege sind beim einfachen Schnarchen durch eine Infektion oder eine allergische Reaktion verengt. Dagegen hat die obstruktive Schlafapnoe anatomische Gründe wie beispielsweise vergrößerte Rachenmandeln. Eine sogenannte zentrale Schlafapnoe entsteht dagegen durch eine Störung des zentralen Atemantriebs im Gehirn. Alkohol, Schlafmittel, Antihistaminika und Schlafen in Rückenlage verstärken das Schnarchen.

Definition

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einfachem (primärem) Schnarchen ohne Atemaussetzer und einem Schlafapnoe-Syndrom mit Atemaussetzern. Wobei hier wiederum zwischen „obstruktiver Schlafapnoe“ und „zentraler Schlafapnoe“ unterschieden wird.

Risiken

Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelerkrankungen sogar Herzinfarkt und Schlaganfall können durch Atemaussetzer der (obstruktiven) Schlafapnoe ausgelöst werden und sind daher eine ernst zu nehmende Gefahr für die Gesundheit. Auch klagen viele Betroffene über Sodbrennen oder permanente Konzentrationsschwierigkeiten durch mangelnden ungestörten Schlaf.

Behandlungsmethoden und Therapien

Wird beharrliches nächtliches Schnarchen zur Belastung, kann zu unterschiedlichen Möglichkeiten der Behandlung gegriffen werden. Generell sollte Schnarchen aber stets ärztlich beurteilt werden. Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt, eine Schlafmedizinische Klinik oder ein Schlaflabor hilft hier weiter. Denn Schnarchen kann nicht nur lästig, sondern mitunter auch gesundheitsgefährdend sein!

Hängt das Schnarchen mit der Kieferstellung zusammen, kann eine sogenannte Schnarchschiene helfen. Eine ein- oder zweiteilige Schnarchschiene – angepasst durch einen Zahnarzt – schiebt den Unterkiefer nach vorne. Dadurch werden Mundboden- und Zungen-Muskeln mit nach vorne verlagert und schaffen mehr Platz für den Luftstrom.

Bei verengten Nasengängen kann auf Nasenpflaster oder Nasenklemmen aus der Apotheke zurückgegriffen werden. Aufgeklebte Pflaster sollen die Nasenflügel anheben und so die nächtliche Nasenatmung im Schlaf erleichtern. In manchen Fällen helfen auch Naseneinsätze zur Stabilisierung enger Nasengänge.

Weitere Möglichkeiten bieten operative Eingriffe durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Die häufigsten Anti-Schnarch-Eingriffe sind Operationen

  • der Mandeln (Entfernung der Rachenmandeln),
  • zur Entfernung von Polypen oder Wucherungen in der Nase,
  • zur Begradigung der Nasenscheidewand,
  • zur Verkleinerung der Nasenmuschel,
  • in der Nase, um die Therapie mit einer CPAP-Maske (Schlafmaske) zu unterstützen,
  • am weichen Gaumen durch Versteifung (mit Implantaten oder durch Radiowellentherapie),
  • am weichen Gaumen durch Straffung mit der sogenannten Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik (UPPP)
  • in seltenen Fällen an der Zunge.

Bei Patienten mit Schlafapnoe können nasale Atemgeräte, beispielsweise Schlafmasken, hilfreich sein, die die andauernde Sauerstoffzufuhr gewährleisten.
Medizinischer Rat ist in allen Fällen absolut notwendig, bevor man auf Hilfsmittel wie Anti-Schnarchschnuller, Schnarchstopper, Schnarchringe oder Schnarchspray zurückgreift.

Wenn man unter ständiger Müdigkeit leidet, obwohl man sechs bis acht Stunden geschlafen hat, könnte auch das ein Anzeichen für eine Schlafapnoe sein. Ein Besuch beim Arzt ist auch hier dringend angeraten.

Tipps bei einfachem Schnarchen

Sehr oft liegen die Ursachen des Schnarchens aber einfach in der Lebensweise und simple Methoden können viel bewirken: Bei Übergewicht abnehmen, vor dem Schlafengehen keinen Alkohol trinken, lieber ein frühes Abendessen einplanen, das Rauchen aufgeben und nicht in Rückenlage schlafen.

Schnarchen bei Kindern

Bei Kindern kann Schnarchen beispielsweise als Folge von Polypen in der Nase oder vergrößerten Rachenmandeln auftreten. In diesem Fall ist es äußerst wichtig, die Ursache frühzeitig von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt abzuklären zu lassen. Die vergrößerten Mandeln sollten gegebenenfalls entfernt werden. Einer schlafbedingten Atmungsstörung des Kindes kann so rechtzeitig vorgebeugt werden.

Einfaches Schnarchen – wie entsteht es?

Durch verengte Atemwege erhöht sich beim einfachen Schnarchen die Geschwindigkeit der ein- und ausströmenden Luft. Die Geräusche beim Schnarchen entstehen also beim Ein- und Ausatmen durch das Flattern von Zäpfchen und Gaumensegel. Denn die im Schlaf entspannte Mund- und Rachenmuskulatur verkleinert den Rachenraum. Durch eine Erkältung, eine Entzündung der Nasennebenhöhlen – also eine Atemwegs-Infektion – oder eine allergische Reaktion werden die Atemwege verengt. Diese Verengung erzeugt dann das einfache Schnarchen, bei dem es allerdings nicht zu Atemaussetzern kommt.

Obstruktive Schlafapnoe – was ist das?

Im Gegensatz dazu kommt es beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom im Schlaf zu mehr oder weniger kurzen Atemaussetzern. Obwohl auch hier eine Verengung der Atemwege von Nase und Mund vorliegt, ist die Ursache anatomischer Art:

  • vergrößerte Rachenmandeln
  • Nasenpolypen, ein zu kleiner Unterkiefer, chronische
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • eine verkrümmte Nasenscheidewand
  • eine vergrößerte Zunge oder ein vergrößertes Gaumenzäpfchen

Das Gehirn reagiert auf das Aussetzen des Atmens mit einer Weckreaktion: die Muskeln werden angespannt, die verengten Atemwege öffnen sich. Die Folge ist ein tiefes Einatmen meist mit einem lauten Schnarchgeräusch, bei dem der Schnarchende aber meist nicht wirklich aufwacht. Das obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom tritt häufig bei älteren Männern auf, die an Übergewicht leiden.

Wann liegt eine zentrale Schlafapnoe vor?

Die Entstehung des Schnarchens bei der zentralen Schlafapnoe verläuft dagegen anders. Betroffene leiden zwar auch hier im Schlaf unter Schnarchen und Atemaussetzern, die Stillstände werden aber nicht durch die Atemwegs-Verengung hervorgerufen. Ursache für die zentrale Schlafapnoe ist eine Störung des Atemantriebs im Gehirn, meist aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Durch die Ruhe der Brust- und Zwerchfell-Muskulatur im Schlaf atmet der Betroffene nicht tief genug und zu wenig, was zu einem Sauerstoffmangel führt und das Gehirn – wie bei der obstruktiven Schlafapnoe – zu einem Weckruf veranlasst. Tiefes Einatmen mit lautem Schnarchen sind auch hier die Folge.

Welche Faktoren verstärken das Schnarchen?

Wer häufig in Rückenlage schläft – wobei der Zungengrund nach hinten sinkt – , viel Alkohol trinkt, zu Übergewicht neigt, Schlafmittel oder Medikamente zur Allergiebehandlung einnimmt, ist potentiell mehr vom Schnarchen betroffen, als andere. Wobei der übermäßige Genuss von Speisen und alkoholischen Getränken die häufigste Ursache darstellt. Durch zu viel fett- und zuckerhaltige Lebensmittel nehmen wir nicht nur an Bauch und Po zu. Die Verengung der oberen Atemwege entsteht nämlich auch dort durch abgelagertes Fett. Rauchen führt zu einer Verstopfung der Nase und zählt damit auch zu den Schnarch-fördernden Faktoren.

Was kann man tun, um nicht zu schnarchen?

  • Fest steht: Abnehmen stellt die einfachste Möglichkeit dar, sich und seinem Partner eine ruhige Nacht ohne lautes Schnarchen zu schenken. 
  • Wer meist auf dem Rücken schläft, kann ebenfalls eher vom Schnarchen betroffen sein als ein Bauch- oder Seitenschläfer. In dieser Schlafposition wird die Atmung durch ein Absinken des Zungengrunds nach hinten verursacht. Leider kann das Schlafen auf dem Rücken auch mit viel Willenskraft meist nicht verhindert werden. Spezielle Kissen können hier Abhilfe schaffen, oft hilft schon eine erhöhte Oberkörper-Position verstärkt durch einige Kissen.
  • Der Schlummertrunk zählt ebenfalls zu den Schnarchverstärkern. Denn Alkohol senkt die Muskelspannung im Schlaf und kann die Atmungsaktivität lähmen. Wer also eine ruhige Nacht verbringen möchte, sollte mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen auf Alkohol verzichten.
  • Sauberkeit ist oberstes Gebot für alle, die zum Schnarchen neigen. Dabei sollte vor allem auf Staubfreiheit und gute Durchlüftung geachtet werden. Staub fördert nicht nur bei Staub-Allergikern ein Anschwellen der Nasenschleimhäute und verursacht damit das Schnarchen.
  • Allergene verbreiten sich auch durch Pflanzen und Tiere im Schlafzimmer und sollten deshalb von dort entfernt werden.
  • Wer kann, sollte auf die Einnahme von Arzneimitteln wie Schlafmittel, Beruhigungsmittel und Antihistaminika (Allergie-Medikamente) vor dem Schlafengehen verzichten, denn auch sie fördern das Schnarchen durch Entspannung der Zungenmuskulatur. Zunge und Zäpfchen werden beim Ein- und Ausatmen noch mehr mitbewegt und das Schnarchgeräusch verstärkt.
  • Das Training der Rachen- und Gaumenmuskulatur kann ebenfalls helfen. Beim Spielen eines Blasinstruments beispielsweise, wie etwa Posaune, Trompete oder Saxophon werden diese Muskeln ganz automatisch trainiert.
  • Rauchen verstopft die Nase. Neben den zahlreichen gesundheitsgefährdenden und umweltbelastenden Nebenwirkungen des Nikotin-Genusses ist das Schnarchen nur eine weitere.

Was kann der Arzt gegen das Schnarchen tun?

Ein Hals Nasen Ohren Arzt wird den Schnarchenden und die von den Geräuschen Betroffenen befragen und Nase, Rachenraum und obere Atemwege untersuchen, um eine erste Diagnose zu stellen. Hier sind einige Fragen, die gestellt werden könnten:

  • Wie laut ist das Schnarchen (wie hört es sich an, wann beginnt/endet das Schnarchen, klingt es regelmäßig)?
  • Wie häufig tritt das Schnarchen auf?
  • Gibt es verstärkende Faktoren (z. B. Erkältung/verstopfte Nase, spätes Essen, Alkohol, etc.)?
  • Kommen Atemaussetzer vor, wacht der Schnarchende mit Atemnot auf?
  • Klagt der Betroffene über Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten?

Eine Schlafapnoe wird mit einem Schnarch-Testgerät festgestellt, das die Atmung im Schlaf aufzeichnet. Dieses Gerät gibt der Arzt dem Patienten mit nach Hause und wertet die Ergebnisse zeitnah aus.

Auf jeden Fall sollte man bei einer Schlafapnoe einen Facharzt, in diesem Fall einen HNO Arzt aufsuchen!